Führung nach der Krise: Corona hat vieles grundsätzlich verändert

Was hat sich aus Führungssicht durch Corona geändert?

Das vergangene Jahr hat die Mindsets der Menschen und Unternehmen verändert. Sie sind zwangsläufig agiler und digitaler geworden und stellen andere Ansprüche als zuvor. Da ist es erst einmal verständlich, dass Führungskräfte versuchen, den Schein zu wahren, dass sie bestens auf Kurs sind, alles im Griff haben und sie einfach mit ihren Teams „back to normal“ gehen werden. Das wird so nicht mehr möglich sein, strengt an und ist, denke ich, nicht der richtige Weg.

Es ist jetzt die Zeit für Führungskräfte gekommen, um zu analysieren, wie die Krise rückblickend bewältigt wurde, wo es Schwachstellen gibt und wo Stärken und Chancen liegen, auf die künftig aufgebaut werden kann.

Um das Unternehmen in die Zukunft zu führen, geht es zunächst darum, schrittweise seinen Blick und seine Ressourcen nach vorn auszurichten.

Die Eckpfeiler wertvoller Führung nach der Krise

Ein neuer Führungsstil wird sich vermutlich herauskristallisieren, der u. a. von Vertrauen, Sicherheit und Perspektive geprägt sein wird. Viele Führungskräfte haben im letzten Jahr bewiesen, dass sie es gemeinsam mit dem Team, mit einer guten Fehlerkultur und Vertrauen durch die ungewöhnliche Zeit geschafft haben.

Den Drang vieler Chefs, jetzt noch mehr auf Leistungssteigerung, Effizienz und optimierte Prozesse zu setzen, nennt der Trendforscher Harry Gatterer vom Zukunftsinstitut kurzsichtig. Er empfiehlt, sich mit folgenden Fragen auseinanderzusetzen:

  • Was geschieht mit unserer Arbeitsweise, wenn sich Büroarbeit durch Digitalisierung tatsächlich massiv verändert?
  • Wie verändern sich unsere Wertschöpfungsmodelle, wenn ganze Marktsegmente einbrechen?
  • Wie reagieren wir, wenn sich die Kundennachfrage komplett verändert?

Wertvolle Führung nach der Krise: Nehmt euch Zeit für ein Reteaming!

So gelingt die Führung aus der Krise mit Reteaming

Ich bin überzeugt davon, dass es für Teams notwendig wird, eine Art Reteaming durchzuführen. Allerdings bin ich auch der Überzeugung, dass ein „Reteaming“ nicht ausreicht. Der Begriff ist zu kurz gedacht. Es geht nicht nur darum, das Team wieder zusammenzuführen, sondern um neue Arbeitsmodelle, gestiegene Anforderungen, veränderte Rollen zu definieren und sie auszufüllen und vor allem eine Neuaufstellung mit neuen Vorzeichen zu meistern.

Aus diesem Grund nenne ich es gern Team Forward. Bei vielen Menschen haben sich Werte, Bedürfnisse und Arbeitsweisen in der Zeit verändert. Es ist nicht mehr alles beim Alten. Ich empfehle Führungskräften, sich Zeit für ein gemeinsames Team Forward zu nehmen, mit dem Blick nach vorn gerichtet. Wie führen wir den Transformationsprozess fort?

Hier ein paar wesentliche Fragen, die in einem Team Forward eine Rolle spielen können:

  • Warum wollen wir uns verändern?
  • Was passiert, wenn wir uns nicht verändern?
  • Was wollen wir konkret erreichen?
  • Was heißt das für alle Beteiligten?
  • Was passiert mit denen, die partout nicht mitziehen?
  • Mit welchen Schritten wollen wir starten?
  • Woran merken wir, dass wir besser werden?
  • Was könnte unser Vorhaben zerstören?
  • Wie stellen wir sicher, dass wir nicht in alte Gewohnheiten zurückfallen?

Ein „Weiter so“ oder „Zurück in die alte Arbeitswelt“ wird kaum möglich sein.

Zukunftssichere Unternehmen entwickeln sich zu vernetzten Organisationen, die auch Verantwortung für Menschen, das Gemeinwohl und unsere Umwelt tragen. Corona hat die Digitalisierung und Vernetzung der Arbeit entscheidend vorangetrieben, zukünftig gibt es mehr flexibles oder mobiles Arbeiten.

Das ergibt auch meine Umfrage bei LinkedIn:

Reteaming

Hauptaufgaben in der Führung nach der Krise

Eine der Hauptanforderungen der Führungskräfte in der nächsten Zeit besteht darin, wirklich zuzuhören – dem Team und den Kunden. Jetzt bietet sich die Chance, sich als Team neu aufzustellen, damit Kundenbedürfnisse stets im Fokus sind. Das bedeutet auch, den Vertrieb crossfunktional, also gut verzahnt über alle kundenrelevanten Rollen und Funktionen neu aufzustellen.

Führung wird weiterhin menschliche Beziehung in den Fokus rücken und Menschlichkeit als Potenzial, als wertvolle Ressource sehen. Das bedeutet nicht nur, die eigenen Mitarbeitenden als Menschen mit individuellen Stärken, Schwächen und Bedürfnissen zu verstehen, sondern auch sich selbst als Führungskraft mehr als Mensch und weniger als Vorgesetzte zu verstehen.

Emphatische Führung und emotionale Intelligenz spart Ressourcen und führt zu innerer Klarheit und neuen wertschöpfenden Handlungsmöglichkeiten. So entsteht Wertschöpfung durch Wertschätzung.

Wenn gemischte Teams ihre Zusammenarbeit optimieren, Kommunikation über alle Beteiligten gut läuft, merken das auch die Kunden und am Ende die Unternehmen im Umsatz.

Jedes Team wird einen eigenen Weg für sich definieren, experimentieren und überdenken. Ein gut geplantes Team Forward sorgt für Neuausrichtung. Wenn Teams dies schon bei der Rückkehr ins Büro meistern, tauchen sie als Gewinner wieder auf: mit neuen Ideen und klarer Ziel- und Ergebnisorientierung.

Ein weiterer Dreh- und Angelpunkt der Zukunft wird die hybride Führung werden, die Verzahnung von klassischer und agiler Führung.

Führungskräfte benötigen neue Methoden und zusätzliche Tools des Führens aus der Ferne z. B.

Hier zeigt sich in den nächsten Monaten, wer neue Führungskompetenzen entwickelt hat und Teams motivationsunterstützend und gesund führen kann.

Wenn ich Dich dabei unterstützen, deine Führung nach der Krise werteorientiert auszurichten, melde Dich gern für meinen zweitägigen Online-Workshop an.

Gern kannst Du mich auch kontaktieren und meinen 14-tägigen wert-vollen Newsletter abonnieren, wenn Du Dir mehr Rückenwind für Deine Führung wünschst.