Werteorientiertes Selbstmanagement: Wie Sie Gelassenheit lernen

Wer kennt das nicht: Dokumente stapeln sich haushoch auf dem Schreibtisch, das E-Mail-Postfach droht jeden Moment zu platzen und obendrein ist da noch die Deadline, die trotz der wachsenden To-Do-Liste im Eiltempo angerast kommt. Blickt man dann noch in unmotivierte Gesichter der Mitarbeitenden, kann es ganz schnell vorbei sein mit der Gelassenheit am Arbeitsplatz. Wer dann hastig Dokumente durchwühlt, E-Mails löscht und sein Umfeld lautstark zu mehr Motivation antreibt, merkt schnell: So geht es auch nicht.

Gelassenheit kann man lernen – auch im Umgang mit beruflichen Herausforderungen. Wie ein gelingendes werteorientiertes Selbstmanagement aussehen kann, erfahren Sie in diesem Artikel.

Warum wir gelassener sein sollten

Klären wir aber zunächst, warum es überhaupt so wichtig ist, Gelassenheit in unserem Arbeitsalltag zu verankern. Was passiert, wenn wir, anstatt gelassen zu bleiben, hektisch und panisch auf Stresssituationen reagieren? Auch wenn diese Reaktionen menschlich verständlich sind, machen sie unsere Lage nicht besser. Mit dieser „Ungelassenheit“ bringen wir nicht nur uns, sondern auch unser ganzes Umfeld aus der Ruhe und verschärfen die Situation damit zusätzlich. Als Führungskraft büßen Sie Ihr Ansehen als besonnenes Vorbild und damit das Vertrauen in Ihre Fähigkeiten ein. Bleiben Sie jedoch gelassen und signalisieren damit, dass Sie alles unter Kontrolle haben, wissen nicht nur Ihre Mitarbeitende, sondern auch Ihre Kundschaft und Vorgesetzten, dass auf Sie Verlass ist – auch wenn es einmal brennt.

Kann man Gelassenheit lernen?

Es scheint Menschen zu geben, die lassen sich durch nichts und niemanden aus der Ruhe bringen. Andere gehen bei der kleinsten Unstimmigkeit an die Decke. Zu welcher Sorte Mensch Sie auch gehören: Sie können Gelassenheit tatsächlich lernen. Machen Sie sich dafür bewusst, was Sie konkret aus der Fassung bringt und wer für Ihre Reaktionen verantwortlich ist.

Unser innerer Frieden wird gestört, wenn wir unsere Werte in Gefahr sehen. Wenn ich den Wert Ordnung für mich hochhalte, kann ich es nicht ertragen, wenn auf meinem Schreibtisch Dokumentenberge bis zur Decke wachsen. Ist mir Verantwortung besonders wichtig, halte ich es nicht aus, in unmotivierte Gesichter der Mitarbeitenden zu sehen. Sie suggerieren mir nämlich, dass ich meine Rolle als Führungskraft nicht genügend ausfülle. Wer weiß, welche persönlichen Werte konkret bedroht sind, kann sie gezielt schützen. Strategien für mehr Ordnung und Motivationsmaßnahmen gibt es zuhauf.

Viel wichtiger ist jedoch die Erkenntnis, dass wir nicht alles in der Hand haben. Das wird insbesondere dann deutlich, wenn ein Kunde oder ein Wettbewerber uns an die Grenzen unserer Gelassenheit bringt. Dann gilt es zu entscheiden: Möchte ich meinem Gegenüber so viel Macht über meine Emotionen geben oder übernehme ich selbst die Verantwortung für meine Reaktionen? Denn tatsächlich ist Gelassenheit eine Frage des Selbstmanagements. Vieles, das uns aus der Ruhe bringen kann, können wir nicht beeinflussen. Was wir allerdings immer beeinflussen können, sind unsere Reaktionen. Wir entscheiden, wie wir mit beruflichen Herausforderungen umgehen.

Der Profitipp für werteorientiertes Selbstmanagement: Die Freitagsreflexion

Sie wissen, wann und warum Sie nicht gelassen reagieren und dass Sie selbst Herr Ihrer Reaktionen sind. Das sind die ersten wichtigen Schritte, um eine innere Gelassenheit zu erreichen, die Sie auch auf Ihre Mitarbeitenden übertragen. Zusätzlich benötigen Sie den richtigen Fokus. Lenken Sie Ihre Aufmerksamkeit nicht immer nur auf jene Aufgaben, die liegen geblieben sind, sondern lernen Sie wertzuschätzen, was geschafft wurde. Diese Art von Selbstmanagement hilft Ihnen sogar dabei, gelassen zu bleiben, wenn die To-Do-Listen scheinbar ins Unendliche wachsen.

Investieren Sie jeden Freitag ca. eine Viertelstunde in eine Reflexion der vergangenen Woche. Überlegen Sie, was in den letzten Tagen nicht optimal geklappt hat und welche Gründe Sie dafür bei sich finden können. Versuchen Sie, damit wirklich nur bei sich zu bleiben, um einen persönlichen Lerneffekt zu erzielen. Halten Sie ebenso fest, was in der Woche gut funktioniert hat und was Ihr Anteil daran war. Klopfen Sie sich dabei ruhig einmal auf die Schulter! Sie können sich für Ihre Erfolge auch gern belohnen. Der Fokus soll schließlich auf den positiven Erlebnissen in Ihrer Arbeit liegen, um das Zufriedenheitsgefühl dauerhaft aufrechtzuerhalten.

Dokumentieren Sie Ihre Gedanken und Bewertungen wöchentlich in der Freitagsreflexion. Sie werden schnell beobachten, wie sich Ihre Wahrnehmung mit der Zeit verschiebt und wie Ihre Gelassenheit und Zufriedenheit wachsen.

Wenn Sie noch mehr über werteorientiertes Selbstmanagement und Sinnfindung in der Führung lernen möchten, sind Sie bei mir an der richtigen Adresse. Erfahren Sie in meinem Blog, wie Sie erfolgreich mit Sinn und Werten führen und wie werteorientierter Vertrieb funktioniert. Erhalten Sie weitere hilfreiche Impulse mit meinem wert-vollen Newsletter bequem ins E-Mail-Postfach.